Klosterführung

ein historischer Moment
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Besichtigung des Klosters

Portraitfoto von Regina Dicken

Am 20.6.26 fand unter der Leitung von Sr. Dominika eine Führung durch das Kloster der Barmherzigen Schwestern mit einem Lichtbildervortrag, einem Spaziergang durch den weitläufigen Park - vorbei an den wunderbaren Gemüsebeeten, dem Teich, der Lourdes-Grotte, dem Schwimmbad, dem Friedhof der Klosterschwestern, dem Kreuzweg - bis hin zur herrlichen barocken Kirche statt. Das Kloster schließt per 31.1.2027 seine Pforten, die verbliebenen 27 Schwestern werden - schweren Abschieds - ins Mutterhaus des  Ordens der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Wien oder ins Kloster nach Linz umgesiedelt. Damit schließt sich eine historische Zeit des Besitzes und Betreibens des Klosters durch den Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul von 1879 bis 2027.

Die ehemalige Kaltwasserheilanstalt Laab im Walde konnte 1879 spendenbasiert vom Orden übernommen werden und diente als Platz der Erholung, des Gebets und Exerzitien, vor allem als Alterswohnsitz von bis zu 100 Schwestern in den besten Zeiten. Das Waisenhaus, als Ferienplatz für die Wiener Kinder, gehörte früher auch dazu. 1912 wurde die barockisierte Kirche „Herz Jesu“ eingeweiht, da die Kapelle zu klein wurde und nun als Refektorium diente. Rechts vom Altarbild steht ein lebensgroßes Gemälde vom Hl. Vinzenz, der den Orden 1632 In Paris gründete.

Der Gemüsegarten wurde schon früh auf biologischen Landbau umgestellt, zur Eigenversorgung und Nutzung der Klosterbedürfnisse. Seit 2010 ist der Gartenbetrieb dem Verein Dorothea in Gablitz übergeben, der Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen eine Ausbildungsstätte bietet. Im Jahr 1989 kam der Bio-Betrieb des Annahofes dazu. Der Annahof ist aktuell erfolgreich verpachtet und bleibt von der Schließung des Klosters unberührt.

In den Jahren 1991-93 wurde ein Neubau mit Einzelzimmern für die Schwestern geschaffen, 1997 der Altbau und Dachboden renoviert und ausgebaut für Zimmer der Seminargäste. Seit 2003 konnte sich das Kloster als beliebter Ort für Seminare und Einkehrtage etablieren.  2018 wurde die Altenpflege an die Vinzenz Gruppe ausgelagert. Auch für alle anderen Bereiche mussten immer mehr weltliche Mitarbeitende aufgenommen werden, da sich die Zahl der verbleibenden Schwestern leider  kontinuierlich reduziert hatte.

Allen Laaber:innen, die an der Führung teilnahmen, war die Besonderheit der letzten Führung bewusst: Wir alle nahmen das Bedauern der Schwestern war, wir genossen die wunderbare Gestaltung der Anlage, die Ruhe, die Schönheit, die Energie. Zum Abschluss, bei Kuchen und Brötchen bestand noch die Gelegenheit für den Austausch mit Sr. Dominika. Im Namen der Gemeinde Laab im Walde und aller teilnehmenden Laaber:innen möchten uns hier sehr herzlich für diese Führung bedanken und wünschen den Schwestern von Herzen das Allerbeste!

Wie geht es mit dem Kloster nun weiter? Noch ist kein neuer Vertrag mit einem Nachnutzer/Besitzer unterschrieben. Fix ist, dass der Friedhof in der Erhaltung der Schwestern – mit einem separaten Eingang – verbleiben wird. 

Wir alle hoffen, auf eine baldige neue Nutzung, die auch im Sinne der letzten 147 Jahre der christlichen Menschenliebe steht.